Seit einigen Saisonen setzen wir uns im Schubert Theater gezielt mit technologischer Evolution an und für das Theater auseinander. Um dieses aktuelle Spannungsfeld unter die Lupe zu nehmen, veranstalten wir über zwei Wochenenden im Februar 2024 unser 3. Future Lab, das als Versuchsraum und Beobachtungsplattform dienen soll. Mit analogen und digitalen Aufführungen wird gezeigt, wie weit Kunst und Technologie sich näher kommen und mit Kultur verbinden lassen. Künstliche Intelligenzen und Androide, Produktionen von und mit Robotern, Installationen im digitalen und öffentlichen Raum, oder Online-Premieren und virtuelle Theatererlebnisse werfen faszinierende Fragen und Erkenntnisse auf, über die gemeinsam mit Künstler*innen und Expert*innen bei den Future Talks diskutiert werden. Eine Programmpräsentation findet im Jänner 2024 online statt.
Do 08.02., 19:00 Uhr: Future Talk II: Mondlandung für den Homo Cyber
mit Univ.Prof. Dr. Peter Reichl (Informatik) und Litto (künstlerische Leitung) & Jascha Ehrenreich (Programming) von The Artificial Museum
Sa 10.02., 18-20 Uhr: Projektpräsentation Aaron Swartz’ Manifest mit The Artificial Museum Sa 10.02., 20 Uhr:
Screening An Internet’s Own Boy
Gestartet wird mit dem Online-Theater am 31. Jänner 2024 “Once Upon Unsteady Grounds” der Gruppe gold extra in Kooperation mit der ARGEkultur Salzburg und dem Schubert Theater Wien. In der online experience begleitet das Publikum die Tanzkünstlerin Mara Vivas durch Schrecken und Wunder in der berührenden und fesselnden Geschichte ihrer Reise nach Europa. Die “Docuscape” ist eine künstlerische Form, an der gold extra derzeit forscht: ein dokumentarischer virtueller Spielraum, in dem unterschiedliche inhaltliche und formale Aspekte von Recherchen in virtuellen, interaktiven Rauminstallationen miteinander vernetzt und in Verbindung gebracht werden. Ein Ticket für die Performance kostet nur 4 Euro, und zusätzlich werden vom Schubert Theater über social media und Ö1-Intro Karten verlost – folgt uns, um das Gewinnspiel nicht zu verpassen!
Die Docuscape-Experience von gold extra in Kooperation mit der ARGEkultur Salzburg
Das Online-Theaterstück wird im digitalen Foyer der ARGEkultur Salzburg auf der Plattform Mozilla Hubs präsentiert und ist jeweils nur für sechs Publikumsgäste. Sebastian Linz, künstlerischer Leiter der ARGEkultur, und das Team von gold extra werden gemeinsam mit Ilkhan Selcuk und Lisa Zingerle vom Schubert Theater beim Future Talk I über Kunst im digitalen Raum am Samstag, 3. Februar 2024, sprechen.
Die Plattform Mozilla Hubs beherbergt auch das virtuelle Puppenmuseum des Schubert Theaters, in dem es auch dieses Jahr neue Räume zu den Figurentheater-Produktionen der Wiener Puppenbühne zu entdecken gibt. Das Direktionsteam Simon Meusburger und Lisa Zingerle laden zu digitalen Museumsrundgängen von zu Hause aus am Desktop und auch mit VR-Brille vor Ort im Schubert Theater am Sonntag, 4. Februar 2024, bei freier Spende ein.
Was an Menschsein im Rausch der Digitalisierung übrig bleibt verhandelt der Wiener Universitätsprofessor Dr. Peter Reichl in seinem 2023 erschienenen Buch „Homo Cyber – Bericht aus Digitalien“. Beim Future Talk II Mondlandung des Homo Cyber am 8. Februar, 19 Uhr, wird er uns die „antikopernikanische Revolution“ erklären und gemeinsam mit der künstlerischen Leitung Litto und dem digitalen Poeten hinter den Codes Jascha Ehrenreich vom Artificial Museum ausloten, was digitale Kunst für das Menschsein bedeutet.
Das Artificial Museum expandierte 2023 mit virtuellen Artefakten auf den Mond.
Das Artificial Museum ist Vorreiter von Augmented Reality-Kunstwerken im öffentlichen Raum, und hat bereits seit 2020 Künstler*innen ermöglicht, ihre Werke als digitale Artefakte zu einem permanenten Teil der jeweiligen Stadtkultur verwachsen zu lassen. Das gemeinsame Projekt mit dem Schubert Theater über Aaron Swartz und sein Open Access Manifesto wird nach der erfolgreichen Präsentation bei der Ars Electronica am Samstag, 10. Februar, ab 18 Uhr final in Wien gezeigt. Wer mit dem Leben und Werk des Internet-Pioniers und Hacktivisten nicht vertraut ist, kann sich am gleichen Abend um 20 Uhr die Dokumentation “The Internet’s Own Boy” im Schubert Theater ansehen. Beide Events sind bei freier Spende zu besuchen.
Installation vom Schubert Theater, Artificial Museum und Hideo Snes bei der Ars Electronica 2023
Ist das Artificial Museum weltweit unterwegs, tut sich auch auf den Promenaden Wiens was rund um digitale Kunst: Mit VDonaukanal gibt es ab 2024 ein neues Projekt mit Mission, den Donaukanal mit virtuellen Realitäten zu erweitern und so eine Kunstplattform zu entwickeln, die das Zusammenspiel von digitalem und analogem Leben fördert und eine Galerie ohne Wände am Smartphone bietet. Nach einer Projektpräsentation am Montag, 12. Februar unterhalten sich das künstlerische und digitale Leitungsteam Stephan Rabl und Prof. Markus Wintersberger sowie weiteren Gäste wie Romana Rotschopf von kultureins und Brigitte Niederseer von Kultur im 9., Cornelia Offergeld, Kuratorische Leiterin von KÖR Wien, und Digitalkünstlerin Dagmar Schürrer aus Berlin im Future Talk III über Digitale Kunst im öffentlichen Raum.
Am Donaukanal kann man bald auch virtuelle Kunst entdecken. Sketch von Markus Wintersberger
Ein erster Entwurf von Dagmar Schürrer für das Hedy Lamarr Augmented Reality Erlebnis am Donaukanal.
Außerdem wird auch ein beliebtes, hausinternes best-practice-Beispiel von digitaler Technologie in Theaterstücken gezeigt: In “Blade Runner – Das Märchen Mensch” nach dem Roman von Philip K. Dick werden die ersten rein virtuellen Puppen des Schubert Theaters von menschlichen Androiden gesteuert und die digitale Welt in Echtzeit dem Publikum auf die Bühne projiziert. So kompliziert es klingt, so organisch und sinnvoll fühlt sich die Umsetzung an – schließlich wurde die Produktion unter die Top Ten Theaterstücke 2023 der Wiener Wochenzeitung Falter gewählt.
Für das Future Lab wird es von Ö1-Intro einen Beitrag geben. Das Schubert Theater bietet als Kooperationspartner Ermäßigungen für Blade Runner für Ö1-Intro-Clubmitglieder an.
Nonsens-Theaterpuppenkonzert auf präpariertem Akkordeon
25. & 26. Mai 2024
„Eine alte Frau fiel aus dem Fenster, weil sie zu neugierig war. Sie fiel und zerbrach in Stücke.“
Die neue Soloperformance von Matija Solce, „Harms Fault!“, kombiniert objektbasiertes Theater des Absurden mit einem Live-Konzert. Es ist inspiriert von den Werken von Daniil Charms, einem der letzten Vertreter der russischen Avantgarde der 1930er Jahre, und bringt seinen künstlerischen Kampf in einen zeitgenössischen Kontext, indem es Stereotypen mit absurden Situationen herausfordert und provoziert.
Das zentrale Bühnenobjekt ist ein originelles Multifunktionsinstrument, das aus Teilen mehrerer Akkordeons und einem Dudelsack in Kombination mit MIDI-Technologie und analogen Mechanismen gebaut wurde. Das unsinnige Ein-Mann-Musical dient als musikalischer Auslöser für Aktionen und gleichzeitig als szenische Grundlage für beeindruckende Puppenmanipulationen voller unerwarteter Ereignisse. Die unvorhersehbaren Geschichten, die mit Charms‘ „Old Woman“ verbunden sind, verwandeln sich von stimmungsvollem Puppentheater in sarkastische Ausführungen sanfter Charaktere und schaffen ein Nebeneinander von Stimmungen und Themen. Das Publikum wird Zeuge der Magie der visuellen, akustischen und figurativen Illusion und ihrer Dekonstruktion in jeder Szene der Show.
Daniil Charms fand ein tragisches Ende, als er im Gefängnis wegen „antisowjetischen Aktivismus“ dem Hungertod erlag. Im Jahr 2022 wurde sein Wandbild von seinem Geburtshaus entfernt, diesmal ohne ersichtlichen Grund. Charms ist schuld. Für nichts.
Matija Solce, ein renommierter und preisgekrönter Puppenregisseur, Schauspieler, Puppenspieler und Musiker, hat an der DAMU-Akademie in Prag promoviert. In seiner Arbeit sind Musik und Theater eng miteinander verwoben, so dass seine Puppenaufführungen auch interaktive Musikkompositionen sind. Oft in Form von Objekttheater, enthalten sie präzise rhythmische Animationen mit einer fragmentierten Dramaturgie, durch die das Publikum Teil des theatralischen Experiments wird und ständig Unerwartetes entdeckt.
Der Abend ist in leicht verständlichem Englisch, teilweise Deutsch, und dauert 50 Minuten. Empfohlen ab 15 Jahren +
Nonsense theatrical puppet concert on prepared accordion
25. & 26. Mai 2024
“An old woman fell out of the window because she was too curious. She fell and broke into pieces.”
The new solo performance by Matija Solce, „Harms Fault!“, combines object-based theater of the absurd with a live concert. It draws inspiration from the works of Daniil Charms, one of the last representatives of Russian avant-garde in the 1930s and brings his artistic struggle into a contemporary context by challenging and provoking stereotypes with absurd situations.
The central stage object is an original multifunctional instrument, built from parts of several accordions in combination with MIDI technology and analog mechanisms. The nonsense one-man musical serves as the musical trigger for actions and, at the same time, the scenic foundation for puppet scenes full of hits, screams, sounds, falls, slaps and unexpected events. The unpredictable stories, connected with Charms’ “Old Woman“ will transform from atmospheric puppet theater into sarcastic executions of gentle characters, creating a juxtaposition of moods and themes. The audience will witness the magic of creating visual, sound and figurative illusion and its deconstruction at every step of the show.
Daniil Charms met a tragic end, succumbing to starvation in prison on charges of „anti-Soviet activism.“ In 2022, his mural was removed from his birthplace, this time for no apparent reason. Blame Charms. For nothing.
Matija Solce, a renowned and award-winning puppet director, actor, puppeteer and musician, holds a PhD from the DAMU Academy in Prague. His work closely intertwines music and theatre, so his puppet performances are also interactive musical compositions. Often in the form of object theatre, they contain precise rhythmic animation with a fragmented dramaturgy, through which the audience becomes part of the theatrical experiment and is constantly in the process of discovering the unexpected.
Authors: Matija Solce and Daniil Harms
Director, author of music and cast: Matija Solce
Scenography: Larisa Kazić
Dramaturgy: Miha Razdrih
Sound designer: Ivo Gregorec Sedláček
Set and puppets: Matija Solce, Larisa Kazić, Martin Neduha, Ludek Sedlaž, Ivo Gregorec Sedláček
Production: Teatro Matita in MCLU Koper
The project was supported by: the Ministry of Culture and the City of Ljubljana
Thanks: Dušan Drobnič, Marijan Totter and Polona Černe
Puppenspiel ist eine rhythmische Kunst. Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass Figurentheater mit Live-Musik eine besonders schöne Symbiose ergibt. In der Reihe „Puppen & Musik“ widmen wir uns besonders famosen Beispielen davon. Im April und Mai 2024 erwartet uns ein bunter Reigen, mit einer Uraufführung, liebgewonnenen Gastspielen und internationalen Künstler*innen zum ersten Mal in Wien.
18., 19., 20. & 21. April 2024: A Liebeslied’l
Die Uraufführung des 2. Teils der Habsburger-Trilogie: „A Liebeslied’l“.
1889: Im Mayerlinger Jagdschlösschen hat sich eine Tragödie zugetragen. Umso schlimmer, dass es niemand bemerkt hat. So liegen die sterblichen Überreste von Kronprinz Rudolf und seiner letzten Geliebten Mary Vetsera seit geraumer Zeit unentdeckt auf dem Bett. Täglich zur besagten Unglücksstunde erwachen sie aus ihrem Todesschlaf und sind dazu verdammt, ihre letzten Minuten immer wieder aufs Neue nachzuspielen. Daraus entspinnt sich ein operettenhafter Totentanz voll Tragik und Witz. Wie kann der Fluch gebrochen werden?
27. & 28. April 2024: Bitte wenden! & Wer hätte das gedacht?
menze&schiwowa aus der Schweiz mit ihren famosen Programmen „Bitte wenden!“ (Wien-Premiere) und „Wer hätte das gedacht?“
“menze&schiwowa” singen und spielen zusammen mit Klappmaulpuppen Stimmungsbilder. Es spielen mal die Puppen, mal spielen die Spielerinnen Puppen, mal spielen die Puppen Musik, mal spielt die Musik durch die Puppen. Abendfüllende Bühnenstücke mit Gesang, Klavier, Cello, Klappmaulpuppen, und einer ordentlichen Portion Humor!
15. & 16. Mai 2024: Nachtgesänge
Ein Abend zum Verlieben: „Nachtgesänge“ von und mit Christoph Bochdansky und dem Wienerlied-Duo „Die Strottern“, Klemens Lendl und David Müller.
Die Nacht, großzügig wie sie nun mal ist, beschenkt uns Tag für Tag mit ihrer Dunkelheit. Sie gibt uns Schlaf, und der verzaubert uns mit seinen Träumen. Sie nimmt uns die Klarheit und schärft damit den Blick für´s Unwesentliche und verführt zu ungeahnten Betrachtungen. Haben Sie das alles schon bedacht, wo Sie sich doch Nacht für Nacht in solch eine Verkettung der Verführungen begeben?
25. & 26. Mai 2024: Harms Fault
Der Ausnahme-Künstler, Musiker, Puppen- und Schauspieler, Regisseur, Festivalleiter, Aktivist und Professor Matija Solce ist mit seinem neuen Programm „Harms Fault“ als Österreich-Premiere endlich wieder in Wien zu sehen. Im Anschluss an das Nonsense-Puppentheater-Konzert lädt er zur offenen Jam-Session. Also schnappt eure Instrumente und kommt vorbei!
Die neue Soloperformance, „Harms Fault!“, verbindet objektbasiertes Theater des Absurden mit einem Live-Konzert. Wie in den 1930er Jahren, als einer der letzten Vertreter der russischen Avantgarde, Daniil Harms, mit seinen Werken den idealistischen künstlerischen Kampf verkörperte, provozieren die Macher dieser Show hundert Jahre später zeitgenössische Stereotypen mit absurden Situationen fallender Großmütter. Am Ende werden alle sterben. Aber sie werden mit Stil sterben.
Mit der Poetik des Objekttheaters, grotesken Gesangspassagen sowie der raffinierten Puppen-Manipulation sucht Matija Solce nach humorvollen Situationen, die auf ironische und behutsame Weise die Probleme der heutigen Zeit vermitteln und gesellschaftliche Normen kritisieren. Im Mittelpunkt der Aufführung steht ein Originalinstrument, eine Mischung aus Akkordeon, Dudelsack, analogen Mechanismen, Puppenteilen, Midi-Technologie und Uhren ohne Zeigern.
Der Abend ist in leicht verständlichem Englisch, teilweise Deutsch, und dauert 50 Minuten. Empfohlen ab 15 Jahren +
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