ohnetitel und Christoph Bochdansky präsentieren: Intakte Bewohner desolater Städte
Um was dreht sich die Welt? Und in welche Richtung? Nach rückwärts, in die immer gleichen Katastrophen? Oder vorwärts, in neue Untergänge? Die Menschen haben seit frühester Zeit Karten gestaltet, um die Welt in den Griff zu bekommen. Die Ergebnisse sind so bunt, phantasievoll und schrill wie ein Varieté im Paris des 19. Jahrhunderts. Willkommen im Welttheater ‚Kap der Guten Hoffnung‘ – Illusionskunst und große Weltentwürfe geben sich bei uns die Hand. Hier ist’s lustig, das lassen wir uns nicht nehmen …
In der Produktion »Intakte Bewohner desolater Städte« nimmt das Publikum Platz in einem alten verstaubten Varieté. Hier hausen zwei alternde Taschentrickspieler und Zauberkünstler, deren beste Tage schon vorbei sind. Sie teilen Erinnerungen an »famose« Erfolge und »spektakuläre« Auftritte – eine tragikomisch beckett’sche Dauerschleife, in der die beiden Lebenskunst-Artisten gefangen sind und auch gefangen sein wollen. Und dann ist da noch die glamouröse Impresaria. Eine schrille Diva, elegant und mondän, aber auch ein derbes Schandmaul vor dem Herrn. Irgendetwas war passiert, damals in dem schmuddeligen Theater in Marseille – der letzten Station ihrer Tournee: Die Impresaria ist verschwunden, und ward nie wieder gesehen. Und doch geht das Leben für alle drei weiter, so wie immer zuvor, und dreht sich von einem Weltenwurf zum nächsten und doch immer im Kreis …
Termine: 12., 13., 14. sowie 24., 25. und 26. Jänner 2019, 19:30 Uhr
„Dies ist die Welt, verkündet die Babylonische Weltkarte, und Babylon ist die Welt. Für diejenigen, die sich als zu Babylon gehörig empfanden, muss es eine beruhigende Botschaft gewesen sein. Für die Betrachter, die dies nicht taten, war die Aussage über Babylons Macht und Herrschaft unmissverständlich“, so beschreibt Jerry Brotton die älteste erhaltene Darstellung der Welt auf einer Keilschrifttafel.
Weltkarten als Weltentwürfe: Es hat etwas sehr Faszinierendes, wenn man sich durch die Geschichte und Darstellung von Welt- und Landkarten liest – von den ersten Versuchen einer geografischen Welterfassung vor dreitausend Jahren bis heute. (Wer kennt nicht die Faszination, wenn man einen Globus vor sich hat, der die Weltordnung noch vor 1989 zeigt…) Es sind nicht nur grafische Bilder, die der räumlichen Orientierung oder der Grenzziehung im Sinne von Macht- und Eigentumsansprüchen dienen, sondern es tut sich auch ein ganzer Epos von unterschiedlichen Weltbildern auf, Entwürfe, wie sich der Mensch in seiner Welt sieht, aber nicht nur im weltlichen Sinn, sondern auch in einem religiösen oder philosophischen Zusammenhang. So erzählen z.B. die Weltkarten des Mittelalters von den Rändern der Welt, in der sich monströse Mischwesen, bedrohlich deformierte Kreaturen tummeln, sprich: Bewohner*innen des bösen Reichs des Heidnischen. Hier ist das Fremde zuhause. Hier ist die Projektionsfläche für das Irrationale, ein Katalog der Angst vor dem Anderen – eine phantastisch entworfene Droh-Welt. Vor allem in dem Jahrhundert der großen Entdeckungsfahrten, Expeditionen und der gewaltsamen Kolonialisierungen blühte das Geschäft mit der Angstproduktion vor dem Fremden, das sich natürlich in der Bildsprache der Welt- und Landkarten abgebildet hat.
Das Fremde, die Angst und die Lust daran: Ein Ort, an dem ‚die Aneignung des Fremden‘ in einer äußerst spektakulären und bizarren Art und Weise stattgefunden hat, waren die Bühnen der Varietés des 19. Jahrhunderts. Hier wurde das große Schaudern zur Angstlust, die monströsen Bewohner*innen vom ‚Ende der Welt‘ auf die schmuddeligen Bretter der reisenden Jahrmärkte geholt: die Freakshow der gigantischen Kolonialisierungsmaschine. Die Welt ist eine Kugel und die Ränder der Welt als Scheibe sind nun im Zentrum der Vergnügungsgeschäftemacherei gelandet.
Dieses Varieté mit seinen Bewohner*innen – inklusive Puppen, Wesen, Trickkisten – zeigt ein groteskes Panoptikum, in dem sich Landkarten und Shownummern abwechseln, Weltentwürfe drehen sich um sich selbst. Eine bizarre Reise ans Ende der Welt, wo die Angst vorm Fremden lauert, eine Reise an das Kap der guten Hoffnung …
Besetzung:
Stückentwicklung: ohnetitel (Thomas Beck, Dorit Ehlers, Arthur Zgubic) & Christoph Bochdansky
Spiel: Thomas Beck, Christoph Bochdansky, Dorit Ehlers
Bühne & Kostüm: Arthur Zgubic, Alois Ellmauer
Puppenbau: Christoph Bochdansky
Produktion: Sabine Jenichl
eine Ko-Veranstaltung von ARGEkultur in Kooperation mit dem Schuberttheater Wien
Über das Stück
Nach einer ersten gemeinsamen Zusammenarbeit im Rahmen der ‚ohnetitel‘-Produktion PAPELUCHO im Dezember 2016, bei der Christoph Bochdansky künstlerisch beratend zugeschaltet war, hat sich nun der Plan für ein eigenes gemeinsames Projekt ergeben, um die ‚Erkenntnisse und die Vorzüge‘ dieser Kooperation weiterzuführen und nicht nur auf die weitere Probe, sondern ins Bühnenlicht zu stellen. Die Gruppe ‚ohnetitel‘ hat sich einen Ruf erworben mit der Vielfältigkeit der Theaterformen und -formate sowie den Bezügen zu verschiedenen künstlerischen Sprachen, immer auch zur Bildenden Kunst. Christoph Bochdansky ist ein international gefragter Puppenspieler, Ausstatter & Regisseur und ein Geschichtenerzähler mit Hang zu absurdem Humor, verspielt-poetischen Inhalten und einer ausdrucksstarken Bildersprache. ‚ohnetitel‘ bespielt mit Vorliebe Schnittstellen und kreiert gern Räume zwischen Alltag und Theater. Das Puppenspiel ist eine Sparte, die per se zwischen den Welten steht. Bochdansky: „Es bringt Figuren aus der Welt des Nichtlebendigen ins Leben – das kann es nur machen, wenn es gestaltet, wenn es Figuren formt und damit ist es unweigerlich mit der Bildenden Kunst verbunden. Bildende Kunst wird zum Spiel, wird zu Theater.“ Die Arbeit von ‚ohnetitel‘ führt diese Verflechtung noch weiter, indem sie Texte und theatrale Aktionen in unerwartete Zusammenhänge stellt.
Termine: 12., 13., 14. sowie 24., 25. und 26. Jänner 2019, 19:30 Uhr
Hochverehrte Damen und Herren!
Mesdames et Messieurs!
Ladies and Gentlemen!
Folgen Sie uns in ein einmaliges neues Theatererlebnis: In einer einzigartigen Kombination von zeitgenössischer Zirkuskunst und Figurentheater entstehen in unserem Varieté eine Vielzahl von Geschichten. Poetisch, bezaubernd und humorvoll entführt Sie ein phantastisches Puppenensemble und unsere Artisten durch Zeit und Raum in die skurrilsten, immer wieder neuen Szenerien.
Verlassen Sie für einen Augenblick Ihren Alltag und besuchen Sie für einige Momente einen Ort der grenzenlosen Phantasie.
Treten Sie ein in den Circus der Träume.
Premiere: 2. Dezember 2018
Konzept und Regie: Simon Meusburger
Mit: André Reitter, Melanie Möhrl, Angelo Konzett
Puppen: Rebekah Wild, Claudia Six
Kostüme: Lisa Zingerle
Unterstützt durch die Stadt Wien und dem Bundesministerium.
Mit dem Puppen sterben besser-Festival zeigen wir rund um Halloween, Allerseelen und Allerheiligen amüsant-schauderöses Figurentheater. Ein Thriller, ein Leichenschmaus, ein philosophierender Panda, der Tod als guter Freund? Alles zu sehen bei uns! Dazu gibt es die Ausstellung DANGEROUS WOMAN – ein satirischer Blick auf die potenziellen ‚Gefahren’ des weiblichen Geschlechts.
*Alle, die am 31.10. im Kostüm erscheinen, zahlen nur 10 Euro Eintritt!*
Natürlich dürfen bei so einem Festival unsere Eigenproduktionen DER HERR TOD UND SEINE FREUNDE sowie der Puppenthriller WAS GESCHAH MIT BABY JANE? nicht fehlen. Mit dazu kommen mit der Truppe Fekete Seretlek KünstlerInnen aus Tschechien, der Slowakai, Slowenien und Russland. Sie verwenden, verändern und vermischen Motive aus der Weltmusik und komponieren eigene Werke. Die unauffällige Kombination von Musik, Worten und Objekten in KAR zieht das Publikum in den Bann von Tolstois Klassiker Ana Karenina. Ein völlig neues Erlebnis! Auch der Soloabend von Matja Solce HAPPY BONES ist für einige Überraschungen gut. Er kann ohne Worte sprechen und verwendet ein Minimum an Material: Akkordeon, Stimme und Knochen. Eine stimmungsvolle Mischung aus Objekt- und Wortspiel, Klang und Körperbewegung. Als Rahmenprogramm gibt es die Ausstellung DANGEROUS WOMAN – ein satirischer Blick auf die potenziellen ‚Gefahren’ des weiblichen Geschlechts.
MO, 29. & DI, 30.10.2018, 19:30 Uhr: Was geschah mit Baby Jane?
MI, 31.10.2018, 19:30 Uhr: Kar
DO, 1.11.2018, 19:30 Uhr: Happy Bones
FR, 2. & SA, 3.11.2018, 19:30 Uhr: Final Curtain für Der Herr Tod & seine Freunde
KAR (Fekete Seretlek & Studio Damúza, CZ)
Bei einem Leichenschmaus, während dem Anstoßen der Trauergesellschaft mit der ruhigen Begleitung der Trauermusik, beginnen sich Scherben aus dem Leben der verstorbenen Person zusammen zusetzten. Durch die zwanglosen Bewegungen des Kellners, durch die unauffällige Kombination von Musik, Worten und Objekten, wird das Vergangene lebendig, ebenso wie die Fantasie der Gäste. Diejenigen mit Wein werden beginnen, die Vergangenheit zu erleben, bis sie zu den Charakteren der Geschichte von Anna Karenina werden.
Das Kabarett des russischen Realismus baut und etabliert Dramaturgie mit selbst komponierter Live-Musik, die auf russischen Traditionen basiert. Mundharmonika, Percussion, Violine, Cello, Bass und sechs Stimmen führen die Metamorphose von Musik und Theater, Kabarett und intimen Szenen bewegter Objekte durch. Der Rhythmus steigt bis zum letzten Moment auf, in dem sich (vor der Tür des Todes) plötzlich das Publikum und der Schauspieler wieder am Anfang wiederfinden – an einem Tisch mit einem Glas Wein in der Hand.
HAPPY BONES (Teatro Matita, SLO)
Tod. Warum machen wir ein Tabu daraus, wenn er ständig um uns herum ist? Der tägliche Tod geht an uns vorüber und sagt: „Hallo, was für ein schöner Tag, nicht wahr?“, aber wir antworten nie, wir gehen unseren Weg und tun so, als hätten wir nichts gehört.
Diese Performance ist ein Spiel aus Noten, Impulsen, Schreien und Worten. Es basiert nicht auf einer Geschichte, sondern auf Musik, aus der der Künstler Matija Solce alle anderen Komponenten der Show baut. Auf diese Weise wird die absurde Komposition für jeden verständlich. Er kann ohne Worte sprechen und verwendet ein Minimum an Material: Akkordeon, Stimme und Knochen. Eine stimmungsvolle Mischung aus Objekt- und Wortspiel, Klang und Körperbewegung. Konzert und gleichzeitig Puppenspiel für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren.
Matija Solce (SLO) wird oft als einer der besten Puppenspieler der Welt vorgestellt. Er hat an der Prager Kunstakademie studiert und begeistert mit seiner ganz persönlichen Weiterentwicklung dieser Kunstform das Publikum. Nun gibt es ihn erstmalig in Wien zu sehen, beim Puppen sterben besser Festival, mit „Happy Bones“ und mit seinen Prager Theaterakademie-Kollegen mit Fekete Seretlek in „KAR“.
Als Rahmenprogramm zeigen wir mit der satirischen Ausstellung „Dangerous Woman“ verschiedenste Gefahren in Bezug zum ach so mysteriösen weiblichen Geschlecht. 100 Jahre Frauenwahlrecht wird ebenso wie Bildung, Inklusion und vermeintlich notwendige Überwachung thematisiert. Wie schön ist es, wenn man über vergangene Gefahren lachen kann! Aber lauert nicht schon das nächste feministische Risiko auf uns? Besonders freuen wir uns auf Jeannes Heldinnen, dem ersten österreichischen Podcast, der sich ausschließlich starken Frauen in und aus Österreich und dem deutschsprachigen Raum widmet.
**Goya-Weiber mussten leider aus gesundheitlichen Gründen abgesagt werden.**
Mit freundlicher Unterstützung der Tschechischen Botschaft Wien und dem Tschechisches Kulturzentrum Wien.
„Erwarte mich, ich werde zu dir finden – auch in den Schattentales finsteren Gründen.“
Wer kennt ihn nicht? Den Vater des Horrors, der Perversion, den Poeten der Liebe: Edgar Allan Poe. So mysteriös wie seine Geschichten waren auch seine letzten Stunden – verwirrt und ohne Erinnerung begegnet Poe im Hafen von Baltimore einer geheimnisvollen Frau…
Begleiten Sie uns auf eine fantastische Reise in die letzte Nacht des Dichters und seine düstere, bizarre Welt. Drei Künstler:innen zeichnen mit Figurenspiel, Livemusik und Schauspiel die Werke des großen Schriftstellers nach und lassen so seine skurrilen Geschöpfe wieder auferstehen. Tauchen Sie mit uns ein – in die Abgründe der Seele des Edgar Allan Poe!
Eine Produktion des „Bizarren Figurentheaters“ aus Wien.
MIT
Michaela Studeny
Nico Oest
Walther Soyka (Akkordeon)
In Gedenken an Martina Rittmannsberger, die das Stück mit Violine lange begleitet hat.
Inszenierung unter der Leitung von Julia Bruckner
Puppen & Bühne, Konzept und Design: Michaela Studeny www.figuren-atelier.at
Ein Singspiel von Christoph Bochdansky und Die Strottern
Foto: Peter M. Mayr
Zwei Liebende spazieren durch die Nacht (aber sind wir nicht alle Liebende und gehen in der Nacht spazieren?)
Jeder geht für sich allein, das Schicksal führt sie zusammen in dieser Nacht. Doch dann kümmert sich das Schicksal sich nicht weiter um sie und sie verlieren sich.
Die Melancholie und die Sehnsucht tanzen einen Walzer und wer sie sieht vergießt leise Tränen, weil es doch schön ist sentimental zu werden.
Der Himmel hilft, die Hölle auch, tolldreiste Figuren machen sich lustig über die Endlichkeit des Menschen. Ein Dummkopf ist wer über das Leben, das ja oft zum weinen ist, nicht lachen kann.
Eine kleine Geschichte über das Größte was uns geschehen kann, die Liebe.
Erzähler, Puppenspiel: Christoph Bochdansky
Gesang, Geige: Klemens Lendl
Gesang, Gitarre, Harmonium: David Müller Entstanden im Auftrag des Theater am Saumarkt Feldkirch, zur 800 Jahr Feier, vielen Dank an das Puppentheater Lilarum für seine Unterstützung.
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