Geister in Princeton

von Daniel Kehlmann

Mit “Geister in Princeton” bringen wir einen ebenso klugen wie berührenden Theatertext von Daniel Kehlmann erstmals als Figurentheater auf die Bühne. Im Zentrum steht das Leben des legendären Logikers Kurt Gödel – ein Genie, das mit seinen Unvollständigkeitssätzen die Grundfesten der Mathematik erschütterte und zugleich zeitlebens von Ängsten, Einsamkeit und Wahnvorstellungen begleitet war.

Kehlmanns Text bewegt sich zwischen historischen Fakten und metaphysischer Spekulation, zwischen biographischer Rekonstruktion und phantastischem Spiel. Die Inszenierung als Figurentheater erlaubt dabei eine besonders vielschichtige Annäherung an Gödels Innenwelt: Puppen und Schatten, Körper und Worte, Geist und Abgrund – all das verschmilzt zu einem Stück über Erkenntnis, Wahnsinn und die Sehnsucht, das Universum zu verstehen.

Eine berührende, skurrile und existenzielle Reise an die Grenze zwischen Wissen und Glauben – und ein Höhepunkt der Saison unter dem Zeichen der Transzendenz.

Premiere:
11. April 2026
Weitere Termine folgen.

Mit:
Spiel: Manuela Linshalm & Angelo Konzett
Roman: Daniel Kehlmann
Regie: Simon Meusburger & Manuela Linshalm
Puppenbau: Soffi Povo

Puppet to Pixel

Befreit Pinocchio!

Jeder kennt unseren Helden aus Kindertagen, jetzt habt ihr die Möglichkeit, ihn mit neuer Technologie zu befreien: Im AR-Workshop des Future LAB 2026 arbeitet ihr an einer 3D-Figur der Pinocchio Puppe, animiert sie und platziert sie im öffentlichen Raum. Das Artificial Museum Framework macht es super einfach. Der Workshop ist ein Labor für Fantasie, digitale Werkzeuge und kollektive Kreativität – offen für Theaterbegeisterte, kreative Köpfe, Neugierige und Vorausdenker, Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen! Das Beste: Im Rahmen des Festivals kann er GRATIS angeboten werden.

Meldet euch per Mail an info(at)schuberttheater.at an – first come first serve!

Augmented Reality (AR) eröffnet neue Wege, Realität und digitale Inhalte miteinander zu verbinden: Über Smartphones oder Tablets werden virtuelle Bilder, Texte und 3D-Objekte direkt in die reale Umgebung eingeblendet und machen Räume, Objekte und Geschichten auf neue Weise erfahrbar. Im Workshop des Artificial Museums lernen die Teilnehmenden, wie AR funktioniert und wie sie diese Technologie kreativ einsetzen können – von der Idee bis zur eigenen Anwendung. Dabei geht es nicht nur um technische Grundlagen, sondern auch um die Frage, wie digitale Erweiterungen unsere Wahrnehmung von Kunst, Raum und Wirklichkeit verändern. Der Workshop bietet die Chance, selbst zu experimentieren, innovative Ausdrucksformen zu entdecken und neue Perspektiven auf Kunst und Technologie zu entwickeln.

In dem zweitägigen Workshop lernt ihr unter Anleitung und Begleitung des Teams vom Artificial Museum, was ihr mit dem 3D-Scan der Figur alles machen könnt: von Animation über Soundkulissen zu Textgestaltungen gibt es spannende Möglichkeiten, eine Puppe digital zu manipulieren. Inspiration könnt ihr euch bei der Generalprobe oder Premiere von „Processing Pinocchio“ beim Festival holen. Eine Präsentation der Workshop-Ergebnisse findet am 22. Februar um 17 Uhr im Arne Carlsson Park direkt gegenüber dem Schubert Theater Wien statt. Verpasst auch nicht den Vortrag und das Interview von Daniela Weiss/Litto und Jascha Ehrenreich beim Future TALK „puppet to pixel – Augmented Reality als neue Erzählebene” am Samstag 21. Februar um 18:30 Uhr.

Workshop

Samstag, 21. Februar 12-17 Uhr
Samstag, 21. Februar 18:30 Uhr Future Talk „puppet to pixel – Augmented Reality als neue Erzählebene”
Sonntag, 22. Februar 12-16 Uhr
Sonntag, 22. Februar 17 Uhr Präsentation im Arne Carlsson Park

Meldet euch per Mail an info(at)schuberttheater.at an – first come first serve!

Mehr Infos Future LAB

Hollywood im Exil

Rund um den Internationalen Tag des Puppenspiels am 21. März – aber auch zur transzendierenden Zeit des Frühlings – scheinen wir ein Licht auf das flirrende Hollywood als Sehnsuchtsort, Projektionsfläche und politisches Exil. Mit Hedwig Kiesler aka Hedy Lamarr und Johannes “Hanns” Eisler tauchen wir in zwei spannende Biografien von Exil-Österreichern ein, während Resi Resch uns in “Die Welt ist ein Würstelstand” aufzeigt, was die Welt tatsächlich ausmacht.

17. & 18. März 2026 „EISLER – Lost in Hollywood

Wien-Premiere der gefeierten Produktion rund um Johannes „Hanns“ Eisler. Der Komponist Hanns Eisler studierte in den frühen 1920er Jahren bei Arnold Schönberg in Wien und begann in den 1930er Jahren mit dem Dramatiker Bertolt Brecht zusammenzuarbeiten, dessen politisch und künstlerisch gesehen engster Weggefährte er wurde. Wegen seiner jüdischen Herkunft und seiner kommunistischen Überzeugung war Eisler während der 1930er und 1940er Jahre im Exil, blieb jedoch bis zu seinem Tod österreichischer Staatsbürger. Für die Komposition der DDR-Hymne erhielt er den Nationalpreis erster Klasse.

19. & 20. März 2026 „Die Welt ist ein Würstelstand

Der Publikumsliebling ist eine herzliche, grantige und urwienerische Gesellschaftsgeschichte rund um Resi Resch, die Betreiberin des wohl besten Würstelstands der Stadt. Mit scharfem Blick, offenem Ohr und großem Herzen kommentiert Resi das Leben und die Menschen: vom Hofrat mit der halben Wurst über die verwirrte amerikanische Touristin bis zur Ratte in der Mülltonne. Virtuos belebt von Puppenspielerin Manuela Linshalm und musikalisch begleitet von Heidelinde Gratzl am Akkordeon, wird der Würstelstand zum Mikrokosmos der Stadt – melancholisch, humorvoll und unglaublich würzig.

21.-23. März 2026 „Die Gesichter der Hedy Lamarr

Hedy Lamarr war ungewöhnlich vielseitig. Sie führte ein Leben wie aus einem Abenteuerroman, mit unzähligen Höhen und Tiefen. Berühmt und gefeiert wurde sie als die „schönste Frau der Welt“ und als großer Leinwandstar, doch wirklich Geschichte schrieb sie mit ihrem Beitrag zum technischen Fortschritt. Die vielen Schichten einer faszinierenden Persönlichkeit werden in dieser Produktion gefühlvoll und tiefgründig erarbeitet.

Future LAB 2026

Theater, Tech & tollkühne Visionen

Das Future Lab bringt vom 19. bis 22. Februar 2026 frischen Tech-Wind ins Schubert Theater mit der Wien-Premiere von “Let’s play I’m old and tired”, der Uraufführung von „Processing Pinocchio“, einem AR-Workshop zum Selbstausprobieren und den beliebten Future Talks. Ein Festival für alle, die wissen wollen, wie Bühne, Körper und künstliche Intelligenz gemeinsam Zukunft bauen.

Festivalauftakt mit Wien-Premiere

Das Future Lab startet mit einem Knall – genauer gesagt mit der Wien-Premiere von “Let’s play I’m old and tired” vom mehrfach ausgezeichneten Kollektiv TOTAL REFUSAL und dem Theater im Bahnhof. Die Gruppe dekonstruiert Gaming-Realitäten, Alltagsmüdigkeit und gesellschaftliche Ermüdungserscheinungen mit gewohnt bissigem Witz, politischem Scharfsinn und virtuoser Theaterenergie. Ein Startschuss, der das Festival gleich mitten in die Frage führt, wie wir heute leben, spielen – und erschöpft funktionieren.

TOTAL REFUSAL und das TiB erschaffen live einen ungewöhnlichen Avatar: einen müden, ausgebrannten Helden, der in der Videogame-Wildnis Ruhe sucht. Statt jugendlichem Aufstiegstraum zeigt er die Erschöpfung einer überreizten, leistungsfixierten Gesellschaft. Was passiert, wenn ein Avatar alt, entscheidungsschwach und motivationslos wird – zu müde für Quests, aber vielleicht gerade darin radikal?

Let’s play I’m old and tired ©Johannes Gellner

Processing Pinocchio – Eine KI, ein Roboter und das echte Leben

Wann bin ich ein Mensch? Wo beginnt echtes Leben? Und macht Bewusstsein tatsächlich frei? Diese alten Fragen erhalten im Schubert Theater ein neues Update: Processing Pinocchio knüpft an die KI-Experimente des Hauses aus dem Jahr 2019 an. Damals begegnete das Ensemble dem Sprachmodell GPT-2 – heute tritt es in Dialog mit der zweiten Generation von KI, ChatGPT. In einer hybriden Theaterform spiegeln sich Mensch und Maschine, verzahnen Figurentheater mit interaktiver Technologie und erschaffen einen poetischen Denkraum zwischen Code, Körper und Kunst. Die berühmte Geschichte des hölzernen Jungen wird zur Versuchsanordnung über Sprache, Identität und die gemeinsame Imagination von Menschlichkeit.

Das Ki-Märchen „Processing Pinocchio“ (c)Julia Braunegger

Gratis-Workshop „Puppe zu Pixel“ – Erweiterung der Realität

Das Artificial Museum lädt zu einem hands-on AR-Workshop ein: Mit dem hausinternen Online-Editor Artificial LAB gestalten Teilnehmende – ob Anfänger*innen oder Fortgeschrittene – eigene 3D-Werke und setzen sie spielerisch in Augmented Reality um. Ein idealer Einstieg für alle, die Kreativität gerne mit Zukunftstechnologie mischen. Das Beste: Im Rahmen des Festivals wird der Workshop gratis angeboten. Also schnappt euch euren Laptop und erweitert den öffentlichen Raum! Die Werke werden am 22. Februar als AR-Spaziergang präsentiert.

Das Artificial LAB, der 3D-Online Editor des ©Artificial Museum

Future Talks – im Austausch über die Zukunft

Abgerundet wird das Festival von den beliebten Future Talks: Künstler*innen, Forscher*innen und Tech-Expert*innen diskutieren über Bedingungen der Bühne von morgen, hybride Theaterformen und die Frage, wie Kunst und KI sich gegenseitig befeuern. Vom Team „Let’s play I’m old and tired“ sprechen wir nach der Vorführung mit Regisseurin Monika Klengel (TiB) und dem Team von TOTAL REFUSAL. Direktor und Regisseur Simon Meusburger sowie ChatGPT werden nach der Premiere von „Processing Pinocchio“ Fragen beantworten, und auch das Leading Team vom Artificial Museum Litto und Jascha Ehrenreich werden einen Talk zu ihrer spannenden Arbeit geben.

Kartenreservierungen bitte über den Spielplan:

FACTS

Wann: 19.-22. Februar 2026
Wo: Schubert Theater Wien, 1090, Währinger Straße 46
Wer: Theater im Bahnhof (Graz) & Total Refusal, Artificial Museum & Schubert Theater
Was: analoge Theaterstücke mit digitalen Gaming-Inhalten und KI-Experimenten; Augmented Reality-Workshop & AR-Spaziergang; Future Talks
Preise: Ticketpreise zwischen 15-25 Euro, 2-tägiger AR-Workshop: 90 Euro
Anmeldungen: info@schuberttheater.at

TIMETABLE

Donnerstag
19.2. 19:30 Uhr Let’s play I’m old and tired (Wien-Premiere)
19.2. 21:00 Uhr Future TALK “Bossfight: Tradition vs. Innovation – Neue Medien im alten Spiel“ mit Monika Klengel vom Theater im Bahnhof (TiB), Robin Klengel und tba von total refusal

Freitag
20.2. 19:30 Uhr Processing Pinocchio (Uraufführung)
20.2. 21:00 Uhr Future TALK “Der Pinocchio-Prompt – Zwischen Märchenfragmenten und digitaler Illusion” mit Simon Meusburger, ChatGPT und tba

Samstag
21.2. 12-17 Uhr Workshop „Puppet to Pixel“
21.2. 18:30 Uhr Future TALK “Puppet to Pixel – Augmented Reality als neue Erzählebene” mit Daniela Weiss/Litto und Jascha Ehrenreich vom Artificial Museum
21.2. 19:30 Uhr Processing Pinocchio

Sonntag
22.2. 12-16 Uhr Workshop „Puppet to Pixel“
22.2. 17 Uhr AR-Walk: Puppet to Pixel (Präsentation ausgewählter Werke im Arne Carlsson Park)
22.2. 18:00 Uhr Processing Pinocchio

Processing Pinocchio

Ein KI-Theater nach Motiven von Carlo Collodi

2019 entstand ein außergewöhnliches Experiment: Mit einem der ersten frei zugänglichen KI-Sprachmodelle ließen wir das Märchen Pinocchio neu erzählen – roh, naiv, poetisch verstört und voller maschineller Logikfehler. Sechs Jahre später kehren wir in das Pinocchio-Labor zurück und treffen auf die nächste KI-Generation, die längst anders spricht, denkt und fühlt. “Processing Pinocchio“ ist eine Reise durch die Entwicklung von KI, ein Märchen-Update, ein Schöpfungsritual und eine Einladung, über die Zukunft nachzudenken, die wir uns gerade selbst erschaffen.

Märchen trifft auf Technologie

Zwischen Märchenfragmenten und digitaler Illusion entsteht ein Dialog zwischen den zwei Generationen künstlicher Intelligenz. Die zentrale Frage kristallisiert sich deutlich heraus: Was bedeutet es, ein “echtes“ Wesen zu sein, wenn Maschinen beginnen, uns zu spiegeln? Der real drohende Verlust und der im Märchen erwünschte Traum von Wahrhaftigkeit, Glaubwürdigkeit und Menschlichkeit wird zum poetischen Zusammenspiel von Puppe und KI über Bewusstsein, Schöpfung und die Sehnsucht nach Authentizität.

Fortschritt und Widerspruch

Regisseur Simon Meusburger entwickelte 2019 mit “Projekt Pinocchio” mit dem damals frisch gelaunchten Generative Pre-trained Transformer 2, kurz GPT-2, von OpenAI ein einfühlsames Werk über die Möglichkeiten, aber auch Grenzen von KI-Sprachmodellen. Störungen und Bugs im System waren für die Bühne dramaturgisches Gold, und der Name GPT-2 erinnerte an Meister Geppetto, Pinocchios “Schöpfer”. Das Sprachmodell war ein Meilenstein, auch wenn man noch nicht recht wusste, wie es tatsächlich einzusetzen ist. Doch auch Ängste waren von Anfang an dabei, die mit der modernen, verbesserten Chat-Bot-Version noch existenzieller greifen. Missbrauch, Lügen, Rassismus, alles Schlimme der Welt, vor dem wir Pinocchio beschützen wollen, spiegelt sich in der Database der KI wider. Wie können wir unseren kleinen Roboter – und uns – vor uns selbst retten?

Harmonische Symbiose aus Literaturklassiker und moderner Technologie

Auch im Folgewerk “Processing Pinocchio”, das am 20. Februar 2026 beim „Future LAB“ Premiere feiert, wird der Künstlichen Intelligenz auf den Zahn gefühlt: Fragen über Ethik und Regulierung, Grenzen und Privilegien sowie philosophische Thesen über Mensch und Menschlichkeit müssen mit dem Fortschritt der Technologien neu verhandelt und geprüft werden. Bereits mit GPT-2 warnte Jack Clark, damaliger Leiter der Grundsatzabteilung von OpenAI, “Die Regeln, nach denen man Technologie kontrollieren kann, haben sich grundlegend geändert.” Simon Meusburger und sein Team nähern sich diesen Fragen gekonnt künstlerisch-verspielt, in einer bildstarken aber zarten Inszenierung, die einen Klassiker der Literatur überraschend harmonisch mit moderner Technologie verbindet.

Premiere: 20. Februar 2026

21., 22. & 28. Februar, 2. März, 14. & 15. April
Weitere Termine folgen und werden zeitnah im Spielplan freigeschalten.

 

Mit
Stefanie Elias, André Reitter und Markus-Peter Gössler
Regie & Bühne: Simon Meusburger
Text: nach Motiven Carlo Collodis mit ChatGPT erarbeitet
Figurenbau: Michaela Studeny, Stefan Gaugusch
Projektleitung, Kostüm & Ausstattung: Lisa Zingerle
Projektionen: Sora
Musik: Udio
Avatar Animation: d-id

Eine Produktion des Schubert Theater Wien. Unterstützt durch