Mathilde

Neville Mathilde
Zart, zäh, zerzaust – da hängt sie an einer Garderobenstange und macht müde ihre Übungen: die 102-jährige Mathilde. Längst Zeit zu gehen, zumal im Altersheim ihr zu Ehren eine Feier organisiert wird. Doch Mathilde hat Wichtigeres im Kopf. Sie wartet auf ein Zeichen von Jean-Michel, ihrem Liebsten aus vergangenen Zeiten, der ihr damals etwas versprochen hat. Eines ist sicher: Mathilde wird nicht gehen, bevor dieses Versprechen eingelöst worden ist. Neville Tranters Stück ist der erste Teil einer Trilogie über das Altern, porträtiert Mathilde und Menschen, die mit ihr verbunden sind. Eine Rückschau auf eine Zeit des Hoffens und Erinnerns. Eine Geschichte über die Angst vor dem Tod, über das Loslassen und über das Sprechen als Existenzbeweis, als Selbstvergewisserung eigener Stärke und Kraft der Imagination.

Neville Tranter begeistert und fasziniert das Publikum seit mehr als 30 Jahren weltweit und gilt als einer der grossen Erneuerer der Puppentheater-Kunst. 1978 kam er mit seinem »Stuffed Puppet Theatre« von Australien nach Amsterdam, wo er seither lebt und arbeitet. In seinen eindringlichen, ebenso poetischen wie teilweise brutalen Puppenstücken zeigt Tranter das Menschenwesen in all seiner Grausamkeit und Zartheit. Letztendlich ist es eben gerade die Frage nach der Bestimmung des Menschen, welcher er mit kompromissloser Intensität nachgeht.

(© Text Theater Chur, Schweiz)

in leicht verständlicher englischer Sprache
Dauer: ca. 80 Minuten
Eine Produktion von Neville Tranter
Regie, Kostüme: Neville Tranter
Co-Regie: Tim Sitvast
©alle Fotos Wim Sitvast

 

Punch & Judy in Afghanistan – Neville Tranter

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Zwei Westeuropäer reisen durch Afghanistan. Als aber während einer Sightseeing-Tour das Kamel mit Emil auf dem Rücken in Richtung Tora Bora durchbrennt, bleibt Brian nichts Anderes übrig, als sich auf die Suche nach seinem Freund zu machen. Dabei begegnet er Mister Punch und seiner Frau Judy. Doch wo ist Emil – und was ist mit ihm passiert? Die Antworten auf seine Fragen lassen kein Happy End erwarten.
«Aber der Humor ist so schwarz, manche wortgespielten Andeutungen so brutal, dass selbst dem Protagonisten Brian, gespielt von Tranter selbst, in der Anfangsszene übel wird. Sicher ist: Tranter schafft es, sein Publikum gleichzeitig zum Lachen und Nachdenken zu bringen.» FAZ
in leicht verständlicher englischer Sprache
Eine Produktion von Neville Tranter
Regie, Kostüme: Neville Tranter

 

Kasperl – Dieser Mann ist eine Fälschung

Einzigartig! Ein kleines Wunder! Wie kann´s das geben!?!?!?!
Ein Stück, das schon viele Jahre gespielt wird hat plötzlich Premiere (Quasi)?????
Das geht so:
Martin Ptak wird das Stück erstmalig musikalisch begleiten und ein neues Ende des Stücks gibt´s obendrein.
Ein Stück über eine veritable Identitätskrise von Christoph Bochdansky , begleitet am Roland Synthesizer Juno 60 von Martin Ptak .
Christoph Bochdansky behauptet: „Ich bin der Kasperl.“
Es werden Beweise gefordert.
Aber wie beweist sich ein Kasperl?
Mit einem Krokodil?
Das erschlägt er, damit sollte jetzt allen klar sein, dass er der Kasperl ist.
Er versucht Konflikte zu beseitigen,
die werden aber immer mehr und behaupten, dass er eine Fälschung ist.
Ach, was soll er mit Konflikten, die man nicht erschlagen kann
und außerdem schauen Konflikte saublöd aus.
Macht der Wunsch Kasperl zu sein einem zum Kasperl oder sind Wünsche nicht Teil der Identität eines Menschen?
Nein?
Identität leitet sich nicht von Wunsch ab.
Wieso so viele Fragen,
wieso ist nicht immer alles gleich ganz klar.
Es scheint als wären all diese Fragen wie Augen,
Frageaugen, die uns beobachten und uns nie alleine lassen.
Frageaugen, die uns von einer Frage zur anderen schicken.
Ach, wir rennen doch nur im Kreis.
Das Stück ist ein Soloprogramm, muss ein Solo sein,
weil – der Kasperl ist allein.
Dauer: ca. 90 Minuten
Regie: Christoph Werner
Puppen und Spiel: Christoph Bochdanksy
Musik: Martin Ptak

im Blut

Gastspiel von Christoph Bochdansky und Die Strottern

Im Blut, da lebt ein kleiner Flussgott, das ist der Herr der Lust.
Er schwimmt in eurem Blut herum und einmal am Tag kommt er in euer Herz.
Dort gefällt es ihm gut, es ist für ihn wie in einer Badewanne und wenn er den Stoppel zieht, dann schießt euch das Blut mit einem Schwall durch die Adern.
In solchen Momenten kann man in diesem Schwall Blut die Wünsche des kleinen Flussgottes lesen.
Was, ihr könnt euer Blut nicht lesen?
Ach, wie würde es euch glücklich machen, ihm seine Wünsche zu erfüllen.

Ein Abend mit puppengespielten Miniaturen und Liedern über Existenzen, die versuchen ihre Wünsche einzufangen und dabei, wie soll´s auch anders sein, doch nur stolpern.
Wie zum Beispiel der Langemann, der elegant wie sonst niemand über die Baumwipfeln geht, aber bei den Frauen, da fällt ihm nichts mehr ein, oder über einem, der sich mit der Finsternis einlässt oder über einen sentimentalen problemfreien Ausflug an einen Teich, der von den dortigen Fröschen nur so mit Problemen bombardiert wird.
Diese Geschichten werden begleitet und mit Liedern kommentiert von dem Wienerlied-Duo „die Strottern“. Ein Symposion über Geschichten des Umfallens und des Schmunzelns darüber, mit Musik und Puppenspiel.
Wieso auch nicht, sich einen Abend der Sentimentalität leisten.

Dauer: ca. 100 Minuten
Erzähler, Puppenspiel: Christoph Bochdansky
Gesang, Geige: Klemens Lendl
Gesang, Gitarre, Harmonium, singende Säge: David Müller

Dämonen

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Es sei gewagt!
Ein kleiner Blick hinter den Vorhang unseres Lebens.
Und was entdecke ich dort?
Zwei Dämonen, die sich ihre Zeit zwischen den Welten damit vertreiben mich zum Spielball ihrer Launen zu machen.

„Dämonen“ ist ein luftig gewebtes Gebilde einer persönlichen Kosmologie.

Wir leben alle zwischen unseren Geistern, unsere Geister erfinden unsere Gedanken, und unsere Gedanken erfinden unsere Entscheidungen.
Oder umgekehrt, wir leben zwischen unseren Entscheidungen, unsere Entscheidungen erfinden unsere Gedanken, und unsere Gedanken erfinden unsere Geister.
Die Geister, die wir rufen, rufen zurück.

Puppenspiel, Ausstattung: Christoph Bochdansky
Musik: Matthias Kollos