20 Jahre Schubert Theater – das sind zwei Jahrzehnte voller Spiel- und Experimentierfreude, und schließlich die Entdeckung der Leidenschaft für eine ganz besondere Kunstform: Figurentheater für Erwachsene. Was 2006 als mutiger Anfang mit Schauspiel auf einer der vielen Off-Bühnen Wiens begann, ist heute ein Theater mit unverwechselbarer Handschrift – ein Ort, an dem darstellende und bildende Kunst verschmelzen und lebendig werden, Geschichten und Historie eigene Körperlichkeiten entwickeln und Figuren und Menschen sich zwischen Poesie, Humor und Tiefgang entfalten. Gemeinsam entsteht ein Theaterraum, der von Begegnungen und Vertrauen lebt.
Seit 20 Jahren loten wir mit Mut, Schmäh und Neugier aus, was Theater alles sein kann: sinnlich, klug, überraschend und immer nah am Publikum. Dieses Jubiläum ist für uns vor allem ein Anlass, Danke zu sagen: an unser Publikum, das diesen Weg mit uns geht und ihn jeden Abend aufs Neue lebendig macht, und an alle außergewöhnlichen Wegbegleiter*innen, die seit all den Jahren das Schubert prägen, die mit ihren persönlichen Noten diesen besonderen Ort mitformen – so auch in der Jubiläumssaison.
Den Auftakt gibt Manuela Linshalm mit ihrem Regie-Debüt über „Viktor Lustig“ über den charmanten Gauner mit 47 Gesichtern, der sogar den Eiffelturm verkaufte, nach einer Idee von Angelo Konzett. Im November finden wir uns in der düsteren Shakespeare-Tragödie „Macbeth“ wieder, die in der Regie von Simon Meusburger und der Ausstattung von Christoph Bochdansky als eigensinnig-verspieltes Figurenuniversum besticht. Im Frühjahr wagen wir uns auf eine besondere innerstädtische Reise, wenn Regisseurin Martina Gredler auf der Suche nach dem goldenen Wiener Herz in „Alle Linien führen nach Wien“ wieder harte Realität mit feinem Humor und gesellschaftlichem Gespür verbindet. Christine Wipplinger steht für präzise, starke Theaterarbeit zwischen Literatur und Figurenspiel, das sie in der von Stephan Lack geschriebenen Fortsetzung von Resi Resch „Mission Würstelstand” ab April wieder beweisen wird.
Ein großer Dank gebührt Nikolaus Habjan, der dem Schubert Theater das größte Geschenk gemacht hat: die lebensgroßen Klappmaulpuppen. Mit ihnen hielt eine völlig neue Form des Spiels auf hohem Niveau Einzug – direkt, verletzlich, grotesk und zutiefst menschlich zugleich. Diese Puppen haben nicht nur die Bühnenstücke verändert, sondern sich in die Herzen des Publikums gespielt und das Schubert Theater entscheidend mitgeprägt. Bis heute steckt in ihnen jene besondere Mischung aus Kunstfertigkeit, Abgrund, Humor und Menschlichkeit, die das Haus auszeichnet.
Nach den ersten prägenden Arbeiten entstanden mit Claudia Six, Christoph Bochdansky, Annemarie Arzberger und Soffi Povo weitere Figurenwelten voller Charakter, Ausdruckskraft und handwerklicher Raffinesse. Auch Manuela Linshalm, Lisa Zingerle, Melanie Möhrl und Marianne Meindl entwickelten Kreationen, die den unverwechselbaren Kosmos des Hauses erweiterten. Gemeinsam formten sie jene besonderen Wesen des Repertoires, die im Schubert weit mehr sind als Requisiten: eigenwillige Persönlichkeiten, denen eine Seele eingehaucht wird durch geschicktes und präzises Spiel von Manuela Linshalm, Markus-Peter Gössler, Angelo Konzett, Soffi Povo und vielen weiteren talentierten Puppenspielenden und dem Engagement aller Künstler*innen auf unserer Bühne.
Mit Unterstützung der Kulturkommission Alsergrund präsentieren wir regelmäßig internationale Figurentheatergrößen wie Neville Tranter, Matija Solce, Sofie Krog, Ariel Doron und heuer Yael Rasooly erstmals in Wien und Österreich. Ebenso wollen wir die bereichernden Kooperationen mit den Kolleg*innen spitzwegerich, Rebekah Wild und Musik in der Pforte unter Klaus Christa nennen.
Und weil die schönste Art zu feiern das Weiterspielen und -experimentieren ist, blicken wir voller Vorfreude nach vorn, und zurück. Mit einem besonderen Spaziergang für die Figur schließen wir mit zukunftsgewandten Auge die Saison mit einer neuartigen Erzählform, einem Hybrid aus interaktiven digitalen AR-Erlebnissen und analogen Stationentheater quer durch den Alsergrund, der sowohl spannendes Archivmaterial aus der Geschichte des Schubert Theaters als auch zeitgenössische Performances bietet.
Auf ein Jubiläum und auf viele weitere Jahre Schubert Theater – und auf alles, was wir gemeinsam noch entdecken werden.
Wir freuen uns auf die Jubiläumssaison mit euch!
Hier findet ihr noch einen Text von Simon Meusburger – 20 Jahre später
SAISONÜBERBLICK
Best-of Die Strottern und Christoph Bochdansky: am 10., 17. und 24. September 2026
Pressekonferenz: 14. September 2026
Die (fast) wahre Geschichte des Viktor Lustig: Premiere 2. Oktober 2026
Uraufführung, Regie: Manuela Linshalm, Spiel: Angelo Konzett
Puppen sterben besser-Festival: am 31. Oktober & 1. November 2026
Halloween-Maskenball à la Habsburg
Macbeth: Premiere 26. November 2026
Textfassung & Ausstattung: Christoph Bochdansky, Regie: Simon Meusburger, Spiel: Markus-Peter Gössler, Soffi Povo & Stefanie Elias
Alle Linien führen nach Wien: Premiere 12. Feb 2027
Uraufführung, Regie & Fassung: Martina Gredler, Spiel: Markus-Peter Gössler, Andrea Köhler, tba
Edith & Me von Yael Rasooly, Österreich-Premiere (Gastspiel) am 5. & 6. März 2027
Mission Würstelstand – Im Auftrag der Burenwurst: Premiere 7. April 2027
Uraufführung, Idee & Konzept: Manuela Linshalm & Stephan Lack, Regie: Christine Wipplinger, Spiel: Manuela Linshalm & Angelo Konzett, Bühne: Marlene Lübke-Ahrens, Musik & Licht: Simon Meusburger
Beyond the Stage: AR-Spaziergang für die Figur – Jubiläumsedition: Premiere 29. Mai
Mit Augmented Reality durch die Geschichte vom Schubert Theater Wien, mit dem Schubert Theater Ensemble
Repertoire:
Circus Archetypus, Die Abenteuer des braven Soldaten Švejk, Die Welt ist ein Würstelstand, Die Gesichter der Hedy Lamarr, Faust – Der Tragödie Allerlei, Geister in Princeton, Habsburg-Trilogie, Processing Pinocchio, Schuberts Schweigen, Was geschah mit Baby Jane?
JUBILÄUM SPECIAL EVENTS
Künstler*innengespräche
In der Jubiläumssaison laden wir zu besonderen Künstle*rinnengesprächen ein: intime Begegnungen mit Regisseur*innen, Puppenbildnerinnen, Spieler*innen und Weggefährt*innen des Hauses. Dabei geht es nicht nur um spannende Hintergründe zu den Produktionen und ihre Entstehungsgeschichten, sondern auch um jene kleinen Momente hinter den Kulissen, die oft genauso erzählenswert sind wie die Stücke selbst – von missglückten Puppenexperimenten über spontane Bühnenkatastrophen bis zu den absurd-komischen Zufällen, aus denen große Theaterabende entstehen. Persönlich, humorvoll und voller Einblicke in 20 Jahre Schubert Theater.
Theater ohne Geld & 20 Jahre 20 Euro-Abende
Seit 20 Jahren glauben wir daran, dass Theater ein Ort der Begegnung für alle sein soll – unabhängig vom Geldbörsel. Deshalb widmen wir der Jubiläumssaison besondere Abende des gemeinsamen Teilens: Bei zwei „Theater ohne Geld“-Vorstellungen wird nicht mit Geld bezahlt, sondern mit Tauschgeschäften und Dingen, die dem Theater und seinem Ensemble Freude oder Nutzen bringen. Vom selbstgebackenen Kuchen bis zur praktischen Werkzeugkiste ist vieles möglich – für Ratlose gibt es eine Wunschliste des Hauses für die gespendet werden kann. Zusätzlich feiern wir 20 Jahre Schubert Theater mit acht weiteren Abenden zum Einheitspreis von nur 20 Euro pro Karte – weil große Theatererlebnisse nicht unbezahlbar sein müssen.






















































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