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Astoria

oder
Geh’ ma halt a bisserl unter

Willkommen in Astoria, wo alles aus Liebe gemacht ist und die Leute freundlich zueinander sind. Das Land der hohen Abgründe und klaren Sümpfe, mit umweltfreundlicher Erdölgewinnung und einer Arbeitslosenquote von 0 %. Genau, es ist fiktiv. Ein Hirngespinst, aufgebaut auf der Gier und Leichtgläubigkeit einiger weniger profitorientierter Besserverdiener*innen. Kilian Hupka, ein Landstreicher, der eher zufällig zum Mastermind hinter dem Trug wurde, gelingt mit Raffinesse, Humor und zum Schluss auch purer Verzweiflung, das Kartenhaus aufrechtzuhalten – doch für wie lange und für welchen Preis?

Der scharfzüngige Kommentar von Jura Soyfer auf eine Gesellschaft, die blind auf Profit baut, ist hochaktuell, obwohl er bereits 1937 entstand. Nach dem Erfolg des “Lechner Edi” ist “Astoria” das dritte Theaterstück aus seiner Hand. Mit gewohntem Feingefühl für gesellschaftliche Umbrüche zeichnet er vor, wie Hoffnungen und Sehnsüchte der Protagonisten durch Korruption und Unvermögen ein paar weniger Mächtiger zerstört werden. In den teils überzeichneten Charakteren erkennt man erschreckende Ähnlichkeit zu tagespolitischen Akteur*innen, wobei diese Zuspitzung eine wunderbare Grundlage bietet, die Geschichte mittels der schrägen Klappmaulpuppen des Schubert Theaters zu erzählen.

Jura Soyfer 1936, (c)Archiv des Österreichischen Wiederstandes

Zu Jura Soyfer:
Soyfer wurde 1912 in Charkow (heute Charkiw, Ukraine) geboren und zog 1921 mit seiner Familie nach Wien, wo er den Großteil seines Lebens verbrachte. In Wien entwickelte er sich zu einem scharfsinnigen Beobachter der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Zeit. Seine Werke greifen zeitlose Themen wie politische Korruption, gesellschaftliche Ungerechtigkeit und die Ignoranz und Untätigkeit der Menschheit angesichts existenzieller Bedrohungen auf. Soyfer war nicht nur literarisch aktiv, sondern auch politisch engagiert, besonders in der sozialistischen Bewegung, was ihn in Konflikt mit den Behörden brachte. Seine scharfe Satire und sein humanistischer Blick machen Soyfer zu einem zeitlosen Beobachter und Kritiker der menschlichen Gesellschaft, dessen Werke auch in der modernen Welt ihre Relevanz nicht verlieren und Künstler*innen weit über Österreich hinaus inspirieren. So war Soyfers “Der Weltuntergang” z.B. auch Vorlage für den Kinofilm “Don’t look up” von 2021.

Premiere: 1. Oktober 2024
Vorstellungen: 2., 3., 10. & 11. Oktober, 14. & 16. November
Weitere Termine folgen.
Karten können über den Spielplan reserviert werden.

Team:
Mit: Angelo Konzett & Markus-Peter Gössler
Text: Jura Soyfer
Regie & Textfassung: Christine Wipplinger
Texte der Gäste: Auszüge aus Loriots Bundestagsrede
Puppen & Kostüm: Annemarie Arzberger
Komposition & Live-Musik: Jana Schulz
Kostüm: Lisa Zingerle
Bühne: Angelo Konzett
Lichtdesign: Marvin Schriebl, Simon Meusburger
Produktionsleitung & Technik: Marvin Schriebl
Assistenz: Julia Braunegger

Eine Produktionsreihe des Schubert Theater Wiens. Unterstützt durch

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